Ich weiss, wie es ist, für alle da zu sein. Und dabei sich selbst zu verlieren.
Jahrelang war ich alleinerziehende Mutter. Ich habe gearbeitet, meinen Alltag organisiert, für mein Kind gesorgt und nebenbei ein Studium abgeschlossen. Unterstützung hatte ich kaum. Also habe ich getan, was so viele Frauen tun: Ich habe funktioniert.
Ich habe Ja gesagt, wenn ich Nein meinte. Ich habe weitergemacht, wenn ich längst hätte anhalten müssen. Ich habe meine Grenzen nicht nur überschritten, ich habe sie gar nicht mehr gespürt. Müdigkeit war normal. Ich dachte, das sei eben der Preis dafür, alles zu schaffen.
Dann kam die Erschöpfung. Nicht die Art von Müdigkeit, die nach einem Wochenende verschwindet, sondern eine tiefe Erschöpfung, die bis in den Körper ging.
Es begann mit Schwindel, mit dem Gefühl, als würde der Boden unter mir schwanken. Dann kamen die Angst und schliesslich Panikattacken. Mein Nervensystem war so lange im Dauerbetrieb gewesen, dass es nicht mehr zur Ruhe fand. Ich musste mühsam lernen, was mir niemand beigebracht hatte: dass meine Grenzen keine Schwäche sind, sondern Schutz.
Heute weiss ich: Es hätte nicht so weit kommen müssen.
Hätte ich früher gelernt, Nein zu sagen, ohne mich schuldig zu fühlen, hätte ich meinem Körper viel ersparen können. Genau deshalb mache ich diese Arbeit.
Ich möchte, dass du nicht erst in die Erschöpfung fallen musst, um zu verstehen, dass du auch zählst. Ich möchte, dass du deine Grenzen erkennst, bevor dein Körper sie für dich zieht. Und dass du lernst, sie klar und liebevoll zu setzen, bei deiner Familie, im Job, in Beziehungen und vor allem bei dir selbst.
Aus meinem eigenen Weg sind meine Bücher entstanden und die Arbeit, die ich heute mache: Frauen dabei zu begleiten, ihre Grenzen zu setzen. Alles, was ich teile, habe ich selbst durchlebt.
Du musst nicht für alle da sein, um wertvoll zu sein.
Es ist Zeit, zurück zu dir zu kommen.
Alena Angela
