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Als die Angst mich klein machte. Meine Geschichte.

Es begann mit einem Schatten im Fenster. Und es veränderte alles.

Ich war älter als acht. Genau weiss ich es nicht mehr. Ich hätte nicht fernsehen dürfen. Aber ich tat es trotzdem. Immer wieder schlich ich mich zur Wohnzimmertür, linste hinein, sah Dinge, die ich noch nicht verarbeiten konnte. Einen Werwolf. Bilder, die sich tief in mich eingruben, ohne dass ich wusste warum.

Dann kam jener Winterabend. Mein Bruder stand draussen im Dunkeln und klopfte ans Fenster. Die Strassenlaterne hinter ihm liess seinen Kopf riesig erscheinen. Wie eine Silhouette aus einem Albtraum. In diesem Moment brach in mir etwas auf, das ich bis dahin nicht kannte.

Die Angst hatte mich gefunden.

Was danach kam, war für mich als Kind unbegreiflich. Ich konnte nicht mehr zur Schule. Ich weinte, schrie, schlug um mich. Einmal sogar den Arzt, der mir helfen wollte. Ich war nicht wütend. Ich war verzweifelt. Ich wusste nicht, was mit mir passierte, und noch weniger, wie ich da wieder herauskomme.

Ich war in mir selbst gefangen. In einem Kind, das Schutz brauchte und nicht wusste, wo es ihn finden sollte.

Ich war in mir selbst gefangen. In einem Kind, das Schutz brauchte und nicht wusste, wo es ihn finden sollte.

Was mir geholfen hat? Ruhe. Einfach Ruhe. Keine grossen Methoden, keine dramatischen Wendepunkte. Nur Zeit. Stille. Und das langsame Begreifen, dass ich nicht für immer so fühlen musste.

Ich erzähle diese Geschichte, weil ich weiss, dass viele von euch ihre eigene Version davon kennen. Den Moment, wo die Angst grösser war als ihr selbst. Wo ihr nicht zur Schule gehen konntet. Nicht zur Arbeit. Nicht ans Telefon. Nicht vor die Tür.

Diese Geschichte hat mich nicht gebrochen. Sie hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin: eine Frau, die schreibt. Die zuhört. Die weiss, dass Heilung keine gerade Linie ist. Und dass sie möglich ist.

Für jedes Kind, das noch in uns steckt und wartet, gehört zu werden.

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